Mir ist das Thema positive Geburtsberichte persönlich sehr wichtig, da ich vor der Geburt meiner Tochter im August selbst sehr große Angst hatte, schlechte Erfahrungen zu machen oder gar eine traumatische Geburt zu erleben. Vorweg muss ich sagen, dass Krankenhäuser für mich einfach abschreckend und definitiv kein Ort sind, um ein Kind zur Welt zu bringen. Eine Geburt ist für mich eine natürliche Sache, die ich aus eigener Kraft und selbstbestimmt meistern wollte.

Aus diesem Grund stand für mich von vornherein fest, dass ich zu Hause oder im Geburtshaus gebären möchte. So versuchten wir, eine Hausgeburtshebamme zu finden. Bei uns gibt es genau eine Hebamme, die dies anbietet, und sie war natürlich schon komplett ausgebucht. Also meldeten wir uns im Geburtshaus, das 40 km von uns entfernt liegt, an. Da die Hebamme dort auch allein arbeitet, setzte sie mich zunächst auf die Warteliste, da es auch dort schon reichlich voll war. Wir sollten also noch einige Monate warten, was sich ergibt. Ich hoffte und bangte sehr, ob es klappen würde. Zwei Monate vor dem ET telefonierten wir also noch einmal, und die Hebamme musste mir absagen – viel zu viele Geburten im Sommer. Sie empfahl mir den Hebammen-Kreißsaal in einer Klinik.

Als ich dort anrief, war ich genau zwei Tage zu spät für die Anmeldung aufgrund einer Abrechnungsformalität. Ich war sehr enttäuscht und traurig. So hatte ich mir das wirklich nicht vorgestellt …

Irgendwo musste ich mein Kind ja zur Welt bringen, dann wohl notgedrungen in einem Krankenhaus. So meldete ich mich quasi gezwungenermaßen in einer Klinik an, die einen sehr guten Ruf genießt. Bei der Anmeldung traf ich auf eine völlig unfreundliche Hebamme, die mir sagte, eine ambulante Geburt wäre überhaupt nicht vertretbar. Ich war wirklich komplett enttäuscht und hatte ein ganz schlechtes Gefühl. Da wollte ich also auch nicht wirklich hin …

Etwas später war meine Hebamme für die Vorsorge nicht da, und ich ging zu einer jungen Kollegin von ihr, die auch in dem uns nächsten Kreißsaal arbeitet. Sie fragte, ob sie mich dort anmelden sollte – „einfach nur so“. Wir besprachen, dass ich mir eigentlich eine ambulante Geburt gewünscht hatte, was sie in die Anmeldung eintrug. So bereitete ich mich also darauf vor, dass ich dort im Krankenhaus mein Kind zur Welt bringen müsste. Nächtelang lag ich wach und machte mir extrem viele Gedanken, da ich wirklich in keinem Fall ins Krankenhaus wollte. Ich hatte extreme Angst vor unnötigen Interventionen und unschönen Erfahrungen mit den Geburtshelfer*innen.

Da ich in der Schwangerschaft unschöne Erfahrungen mit meiner Gynäkologin gemacht und diese gewechselt habe, hatte ich insbesondere Angst vor der Willkür der Ärzt*innen. Ich führte ewig lange Gespräche mit meinem Partner und mit meiner Hebamme und erstellte einen sehr detaillierten Geburtsplan. Trotzdem blieb ein sehr unangenehmes Gefühl sowie eine große Sorge vor gewaltvollen oder auch einfach unschönen Erfahrungen unter der Geburt.

Als ich zwei Tage nach dem ET Wehen bekam, wollte ich so lange wie möglich zu Hause bleiben, um bloß nicht so lange im Kreißsaal zu sein. Nach vielen Stunden und schon sehr kurzen Intervallen fuhren wir in den Kreißsaal. Die Hebamme dort war mir leider direkt unsympathisch und redete wenig empathisch mit uns. Auch der Arzt war eher kühl und distanziert. Die Wehen wurden schlagartig weniger. Da sie sagte: „Ach, das dauert eh noch ewig …“, entschieden wir uns, wieder nach Hause zu fahren. Ich war komplett enttäuscht und traurig und sagte meinem Partner: „Na, siehst du, genauso wie ich es erwartet hatte.“ Wir überlegten sogar, später doch in eine andere Klinik zu fahren.

Nach weiteren Stunden zu Hause waren die Wehen schon sehr extrem, sodass mein Partner mich überredete, doch in den Kreißsaal zu fahren. Notgedrungen fuhren wir also noch einmal dorthin. Dort empfingen uns die Hebamme xx und eine Hebammenschülerin, beide auf den ersten Blick super liebe und einfühlsame Personen. Sie tasteten den Muttermund sehr vorsichtig und fragten immer wieder, wie es mir ging. Zudem lobten sie uns direkt, wie gut wir die Wehen verarbeiteten.

Wir durften direkt in den Kreißsaal gehen, und sie boten mir die Badewanne an. Außerdem brachten sie uns Matten, einen Ball, einen Hocker und Wasser zu trinken. Die ganze Zeit sprachen sie leise und strahlten irgendwie Ruhe aus. Als wir allein waren, sagte mein Partner: „Na, siehst du, da haben wir uns richtig entschieden, wiederzukommen.“ Während der Wehen ließen die beiden uns genau im richtigen Maße allein und waren trotzdem immer präsent. Ich war überglücklich mit den beiden tollen Hebammen und so froh! Trotz aller Wehen dachte ich die ganze Zeit tatsächlich, wie gut wir es mit den Hebammen getroffen hatten.

Irgendwann am Abend kamen die Presswehen, und die Hebamme sagte uns, unsere Tochter würde gleich geboren. Leider zog sich alles extrem lange hin. Wir probierten alle Positionen und Tricks aus, doch sie wollte sich nicht richtig eindrehen. Nach vielen Stunden rief die Hebamme die Ärztin dazu. Auch sie wirkte angenehm ruhig und vorsichtig. Sie fragte uns, ob es in Ordnung wäre, den Oberarzt anzurufen und ihn hinzuzuholen. So telefonierten die Hebamme und die Ärztin mit dem Chefarzt des Kreißsaals, der sagte, dass eventuell ein Kaiserschnitt gemacht werden müsste.

Die Ärztin kam wirklich aufrichtig betrübt zu uns, um uns dies zu erklären. Sie sagte, sie wisse, wir möchten so wenig Intervention wie möglich, und sie würden alles versuchen, dies zu ermöglichen. Der Oberarzt brauchte einige Zeit, bis er ankam. In der Zwischenzeit war Schichtwechsel der Hebammen, und ich dachte kurz: „Oh nein, wenn jetzt eine andere kommt, die nicht so toll ist …“ Die Sorge war unbegründet.

Die Hebamme xx kam leise herein, und die erste Hebamme erklärte ihr leise und in meinem Beisein die Lage. Was ich besonders bemerkenswert fand, war, wie sie mich vor ihr sehr lobte. Es war also eine wirklich nahtlose und mich einbeziehende Übergabe der beiden. Die Hebamme xx sagte direkt: „Wir bekommen das schon hin, ich bleibe jetzt hier bei dir“, dimmte noch einmal das Licht und machte Musik an.

Schließlich kam der Oberarzt, der ebenfalls sehr ruhig und kompetent war. Er beruhigte mich und meinte, sie würden alles tun, damit wir eine natürliche Geburt erleben können. Er tastete nach meiner Tochter und stellte fest, dass sie sich eingedreht hatte. Also sprach er uns noch einmal Mut zu und verließ den Kreißsaal dann wieder. Die Hebamme xx blieb die ganze Zeit über bei mir, atmete mit mir und holte noch einmal alles aus mir heraus. Sie sagte ganz am Ende: „So, die Ärztin lassen wir jetzt arbeitslos, die soll gar nichts zu tun haben!“

Nach 26 Stunden habe ich meine Tochter schließlich ganz aus eigener Kraft in der Hocke geboren. Zu meinem absoluten Erstaunen ging es mir super, und ich hatte nicht einmal Geburtsverletzungen. Ich konnte meine Tochter selbst hochnehmen, und sie blieb so lange, wie wir wollten, auf meinem Bauch liegen.

Die Geburt meiner Tochter habe ich dank des tollen Geburtsteams wirklich komplett in eigener Kraft und sehr selbstbestimmt erlebt.