Halli Hallo,

Nachdem ihr beiden jetzt schon euren Bericht mit uns geteilt habt, möchte auch ich euch ein bisschen was erzählen. Achtung, der wird lang (… so wie die Geburt 😁).

Auch bei mir hat es nicht ganz so geklappt, wie ich es mir gewünscht hatte …

Mittwochnacht gegen 4 Uhr gingen bei mir die Wellen los, alle 15 Minuten. Der Schleimpfropf hat sich gelöst. Ich habe mich dann nochmal schlafen gelegt. Die Wellen blieben bis vormittags alle 15 Minuten. Wir hatten an dem Tag sogar nochmal einen Termin zur Vorsorge im Geburtshaus. Zu dem Zeitpunkt sind die Abstände zwischen den Wellen etwas größer geworden. Die Hebamme hat uns nach dem Termin wieder nach Hause geschickt mit den Worten: „Wenn sich der Schleimpfropf löst, kann es noch bis zu 10 Tage dauern, bis die Geburt losgeht.“ Ich wusste direkt, dass das bei mir nicht der Fall sein wird.

Gegen Nachmittag kamen die Wellen dann wieder regelmäßig, und gegen Abend waren die Abstände alle 2 Minuten. Ich bin dann von der Badewanne zur Couch gewechselt. Gegen 22:30 Uhr waren sie dann aber doch so stark, dass wir nach drei Telefonaten mit der Hebamme doch ins Geburtshaus gefahren sind. Dort angekommen war der Muttermund bei 7 cm.

Dort angekommen probierten wir alle möglichen Positionen aus (Badewanne, seitlich liegend, Vierfüßler, stehend mit einem Bein auf dem Hocker, Geburtshocker). Immer wieder hatte ich Wehenstürme und merkte, wie mein Körper verkrampfte und sich das Baby nicht weiterbewegte. Trotzdem meinte die Hebamme irgendwann, ich solle pressen, wenn ich das Verlangen verspüre. Mein Muttermund wäre vollständig geöffnet, es wäre nur noch eine kleine Wulst an der Seite: „Die versuchen wir mal wegzuschieben.“

Ich gab alles bis früh um ca. 06:30 Uhr. Nichts ging mehr, und ich verkrampfte mehr und mehr. Ich merkte, ich brauche eine Pause, damit sich mein Körper wieder entspannen kann. Die Herztöne vom Kleinen waren zum Glück die ganze Zeit supergut.

Die Hebamme meinte dann nach langem Hin und Her, dass wir nur noch zwei Optionen haben – zwei verschiedene Kliniken. Wir überlegten nicht lange und entschieden uns für die xx. Keine 10 Minuten später waren wir mit Sack und Pack dann im Kreißsaal.

Die Übergabe hatte super geklappt, es wurden keine Fragen gestellt, und die Hebamme war direkt für mich da. Ich bekam einen Zugang gelegt, und es wurde ein kabelloses CTG angebracht.

Der Schock – man hörte keine Herztöne vom Baby. Mein Mann und ich schauten uns an und hatten schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Im Kreißsaal war alles still, die beiden Hebammen schauten sich auch nur an … Gefühlt eine Ewigkeit später meinte dann die Hebamme, dass das CTG ggf. defekt sei, sie tausche es gegen das mit Kabel. Dann endlich hörten wir wieder die Herztöne, und alles war okay. Trotzdem, der Schock saß natürlich noch …

Also ging es weiter, ich bekam meine gewünschte PDA gelegt, hatte dann auch eine kurze Pause.

Dann haben wir das Oxytocin langsam wieder hochgefahren, und die Wellen begannen von Neuem. Sie wurden schnell immer stärker, bis ich dann auch wieder Wehenstürme hatte … egal, ich gab alles. Ich wollte mein Kind gebären, egal was kommt. 😊

Stunde um Stunde verging … zwischenzeitlich ist die Fruchtblase gerissen … mein Baby wollte aber einfach nicht tiefer in den Geburtskanal rutschen. Ich spürte, dass er sich einfach nicht weiter bewegt. Das habe ich auch der Hebamme und der Ärztin erklärt. Nach unzähligen Versuchen waren auch die Hebammen (wir hatten vier Wechsel) und Ärzte am Ende. Gegen 18 Uhr wurde nochmal ein Ultraschall gemacht, die Ärztin konnte keine Auffälligkeit erkennen, das Baby läge gut. Muttermund ist weiterhin offen.

Die letzte Möglichkeit (nachdem ja die Fruchtblase geplatzt war und doch schon viel Zeit vergangen war) war dann der Kaiserschnitt …

18:56 Uhr war der kleine Lio dann da. ❤

Die Ärztin meinte dann auf Nachfrage ein paar Tage später, dass sie nicht wissen, warum die natürliche Geburt „nicht klappte“ – vielleicht sei mein Becken zu klein oder der Kopf eben zu groß …

Ich bin immer noch der Meinung: Jede Frau, die schwanger wird, kann auch ein Kind gebären … woran es bei mir am Ende gehangen hat, weiß ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass es eine Handvoll Kleinigkeiten war …