Jede Geburt ist einzigartig.
Unsere Tochter (1. Kind) kam nach 33 Stunden zu Hause im Geburtspool vorm Kamin zur Welt, während draußen der erste Schnee fiel.
Was hat mir bei der Geburt geholfen? Wie habe ich mich vorbereitet?

Absolute Grundlage war für mich als Erstgebärende der Onlinekurs von Mamakompass, ohne den mir bzw. uns einfach unglaublich viel Wissen gefehlt hätte – sowohl was den Geburtsprozess an sich angeht als auch die mentale und körperliche Vorbereitung. All dieses Wissen stellte die Basis für die Entspannung und das Vertrauen in das Bevorstehende dar.

„Standard-Wochenende-Geburtsvorbereitungskurs“ bei der betreuenden Hebamme: War für mich gut, um meine Hebamme noch besser kennenzulernen. Inhaltlich ist der Onlinekurs allein wegen der Länge natürlich viel intensiver gewesen.
Learning: Man trifft bei regulären Kursen primär auf geplante Krankenhausgeburten. Wir haben uns hier in den Pausen bewusst distanziert, um Gespräche über Ängste, die nicht die eigenen sind, zu vermeiden.

Neben der eigenen Vorbereitung auch die gemeinsame Vorbereitung mit meiner Geburtsbegleitung – in dem Fall mein Mann. Bin sehr froh, mit meinem Mann viel vorab besprochen zu haben, da wir Entscheidungen wie „Wann holen wir die Hebamme?“ damit gemeinsam treffen konnten, wenn ich mir nicht ganz sicher war bzw. zu müde für eine Entscheidung.

Eisbäder bei herbstlichen Temperaturen im See, bis diese entspannt möglich waren (hatte ca. im 8. Monat den Fokus darauf). Zusätzlich hat mein Mann angefangen, in dieser Zeit zu üben, mich in „Trance“ zu reden. Sprich: Wenn das Wasser mal besonders kalt war, hat er mich mental zentriert, bis ich nur noch nach seinen Anweisungen geatmet habe und damit gut ins Wasser und die Entspannung gekommen bin.
Das war unter der Geburt ein echtes Ass im Ärmel. Wenn eine Welle doch mal sehr intensiv war, hat er mich damit auffangen können.

Vision der Wunschgeburt vorm inneren Auge haben und hineinfühlen können. Das hat mir Kraft auf den letzten Metern gegeben.

Ganz genau überlegen, wem man von der Hausgeburt erzählt. Es wussten bei uns fünf Personen. Unglaublich viele Ängste werden sonst vom Umfeld auf einen selbst projiziert, was mir persönlich zu viel Kraft gekostet hätte.

Eigenen Rückzug erlauben. Ca. zwei Monate vor der Geburt habe ich gemerkt, dass ich meine sozialen Kontakte zunehmend reduzieren möchte, um den Fokus absolut auf die eigene Kraft und eine wunderschöne Hausgeburt auszurichten. Dafür haben Spaziergänge in der stillen Natur deutlich zugenommen, was mir Leichtigkeit im Alltag verschafft hat.

Vertrauen in die Natur und auch die eigenen Fähigkeiten. Sich bewusst machen, was man schon alles im Leben geschafft hat und welche Stärke in einem steckt.

Wichtig für mich war auch, sich vorab bewusst zu machen:
„Woran kann ich selbst feststellen, dass es meinem Baby gut geht?“
Denn bei 33 Stunden Geburt war das am Ende echt hilfreich, die innere Ruhe zu bewahren. Ich habe mir jede Kindsbewegung notiert, die Farbe des Fruchtwassers kontrolliert und als die Hebamme dann da war, das Abhören der Herztöne beobachtet.

Bei Wechseln in der Umgebung bei sich bleiben. Hier hat es mir geholfen, vorher schon Mantras zu singen und Meditationen zu machen, während mein Mann und unser Hund um mich herumwuselten. Fokus bei sich behalten und sich dabei wohlfühlen. Damit war das Eintreffen der Hebamme keine Blockade – die Wellen sind unverändert weitergekommen.
Wie habe ich die Geburt erlebt?

WOW! Es war einfach KRASS und zugleich wunderschön. Am Ende waren es 33 Stunden und damit zwei Nächte ohne Schlaf. Alle Bestandteile der Vorbereitung waren unglaublich wichtig für diesen Marathon und haben sich wie ein Puzzle zusammengesetzt.
Der Geburtspool im Wohnzimmer war am Ende mein Segen. Eigentlich hatte ich kein großes Bedürfnis nach Wasser während der Geburt, aber die Schwerelosigkeit durch das Wasser hat mir in den letzten drei Stunden die Möglichkeit gegeben, die verbliebene Kraft zu bündeln und auch am Ende noch den Fokus zu behalten.
Als ich mich während der Geburt vollends darauf eingelassen hatte, wusste ich, was zu tun ist, und war mir der Sache sehr sicher.

Welche Herausforderungen habe ich gemeistert?

Mentales Abdriften in die Ängste, die man aus der Gesellschaft von klein auf mitbekommen hat. Das war die größte Herausforderung.
Als die eigene Kraft weniger wurde, stark zu bleiben. Hier war das Bild der Traumgeburt unglaublich wichtig.
Mit Menschen umgeben, die einem Kraft schenken. Finde tolle Frauen, die schon Hausgeburten erlebt haben und dir Stärke mitgeben.
Essen! Hätte mir zwischendurch Energiegele aus dem Sportbereich gewünscht. Groß kauen war mir zu anstrengend, die Energie wurde aber dringend benötigt. Datteln, Apfel und Tee mit Honig gab es dann alternativ – hätte aber mehr Energie benötigt. Also essen, solange es möglich ist!