Ich habe mich in allem belesen vor der Geburt, außer über den Kaiserschnitt. Denn den habe ich nicht in Betracht gezogen.

Mein Bauchgefühl war insgesamt schwer zu greifen, vermutlich, da ich schon während der Schwangerschaft mehr Sorgen als Freude empfand. Die drei vorausgegangenen Sternenkinder haben mich da sehr geprägt.

Ich habe die klassischen medizinischen Fettnäpfchen mitgenommen. Zum einen eine Woche stationär, da das Kind zu klein sei. Ich habe einfach nicht gegen den Arzt widersprechen können. Das Thema Unterversorgung des Kindes in mir war leider bei den vorherigen schon Thema. Die eine Woche war tatsächlich körperlich und seelisch recht anstrengend. Zeit zum Ausruhen gibt es wenig im Krankenhaus. Dafür kannte ich danach das ganze Personal und das Essen auf Station.

Zum ET bin ich dann zur Kontrolle wieder in die Klinik, wurde untersucht und bekam ein CTG, während das Personal im Raum nebenan eine Notfall-Schulung hatte. Dann lief das CTG länger als gedacht, und natürlich sind am Ende die Herztöne vom Kind abgefallen. Prompt waren die Ärztin und das ganze Team da, weil sie ja eh im Raum nebenan waren. Die Herztöne stabilisierten sich, aber ich durfte eine Nacht auf Station bleiben.

Dann Belastungs-CTG (CTG unter kleiner „Einleitung“ durch Oxytocin-Gabe). Die Herztöne blieben stabil. Mir wurde wirklich dringlichst eine richtige Einleitung empfohlen. Ich habe mich erstmal dagegen entschieden und bin nochmal nach Hause.

Der Chefarzt hat mich auf dem Flur getroffen und mich gefragt, wie meine Entscheidung zur Einleitung ausgefallen ist. Als er hörte, dass ich nochmal nach Hause möchte, um auszuschlafen, sagte er: „Dann weiß nur Gott, was passiert.“ Das war schon arg hart.

Die Nacht über hatte ich starke und viele Wellen, kaum Schlaf. Wie sich später herausstellen sollte, ging die Fruchtblase dabei auf. Das habe ich aber nicht gecheckt, dachte, das Kind hat in die Blase getreten – davon habe ich schon mal gehört.

Am nächsten Tag zur Kontrolle in die Klinik – mein Fruchtwasser hat die Ärztin und das Zimmer durchweicht. 🤷‍♀️

Dann bekam ich einen Antibiotika-Tropf …

Dann wieder CTG. In diesem lief dann eine eigene Welle durch. Knapp sechs Minuten lang, in der Zeit fielen fast vier Minuten die Herztöne des Kindes ab.

Darauf folgte die Einleitung. Kleine Wellen liefen durch, aber es tat sich nichts, der Muttermund öffnete sich nicht, die Herztöne blieben stabil.

Dann um 21:30 Uhr: Die Herztöne fielen wieder einfach so ab, ohne Welle. Der Arzt wollte mit der Einleitung aufhören und am nächsten Tag nochmal starten.

Dann fiel mir die vorherige Nacht mit den vielen eigenen langen Wellen ein, und ich bekam richtig Panik. Ich hatte einfach so eine Angst, dass mein Kind bei jeder Welle Stress empfindet und mit fallenden Herztönen reagiert, dass ich keine einzige mehr haben wollte. Ich habe richtig gemerkt, dass ich psychisch keine Chance habe, da ohne Angst reinzugehen.

Meinen Mann hatte ich natürlich vorher heimgeschickt und war somit mit der Hebamme allein mit meiner Panik.

Dann machte es in meinem Kopf klick, und es gab für mich nur noch den einen Weg: Das Kind muss raus, und zwar vor der Nacht. Das war dann so ein klarer Gedanke. Meine Panik war von jetzt auf gleich weg, ich konnte mich seit Langem wieder entspannen.

Ich habe dann mit der Hebamme darüber gesprochen. Sie hat mich bestärkt, mir erklärt, dass die Ärztin mir den Kaiserschnitt ausreden will und dass ich mir sicher sein muss.

Das Gespräch mit der Ärztin war dann sehr bestimmend von meiner Seite aus – ich wusste auf einmal, wie es zu laufen hat.

Eine Stunde später war unsere Tochter auf der Welt. Der Kaiserschnitt war total entspannt, ich war absolut erleichtert über die Entscheidung. Mein Mann war natürlich dabei.

Heute weiß ich: Es hat so sein müssen. Irgendwas war nicht im Flow bei meiner Tochter und in mir.

Ich habe währenddessen ein paarmal mit Steffi von Mamakompass telefoniert – sie hat mir sehr geholfen, mich immer wieder in die Spur zu bringen.

Es hat lange gedauert, bis ich das Bauchgefühl für meine Geburt finden konnte, und ich hätte nie gedacht, dass es dieser Weg sein wird.